Stimmfach und Stimme (Teil 2)

  • Stimmfach2

Sänger vom Fach,…aber welches?

Die Frage nach dem Stimmfach kommt zu jeder Phase der Gesangsausbildung immer wieder auf . Sie ist von eminenter Bedeutung nicht nur für die Auswahl des Repertoires, sondern viel mehr noch für die Gesundheit und damit die Langlebigkeit der Karriere des Sängers. Fehlerhafte Einordnung auf diesem Feld kann verheerende Folgen haben. Viel ist über dieses Thema schon geschrieben worden. In meinem ersten Beitrag habe ich bereits meine Sichtweise auf die Anwendung von Stimmfächern und deren Nutzen erläutert. An dieser Stelle will ich der Frage nachgehen, welche Ursachen eine falsche oder zumindest ungünstige Bestimmung des Stimmfaches von Gesangsschülern – wir schließen die Schülerinnen selbstverständlich mit ein- haben kann und welche Schlüsse daraus zu ziehen sind.
Ein Bild hat sich mir in diesem Zusammenhang besonders ins Gedächtnis eingebrannt: Zu Gast in einer Musikschule, beobachtete ich den Unterricht einer jungen Frau, die beim Singen die Angewohnheit hatte, das Kinn tief in den Hals zu legen und dabei den Kehlkopf nach unten zu drücken. Ihre an sich schöne Stimme klang dadurch kehlig und unnatürlich. Später erfuhr ich den Grund: Ihr vormaliger Lehrer hatte sie für einen Alt gehalten und offenbar dessen Tiefe durch eben diese Maßnahmen zu erzwingen versucht. Nicht nur, dass ihr Gesang (und auch ihre äußerliche Präsenz) hiervon beeinträchtigt wurde, auch ihre Stimme hätte irreparable Schäden davongetragen, hätte sie sich nicht rechtzeitig einen neuen Lehrer genommen, der ihre Stimme treffenderweise als Mezzosopran klassifizierte und entsprechend weiter ausbildete.

Stimmfach als Selbstzweck und die Folgen

Dies ist sicher ein besonders extremes Beispiel für eine fehlerhafte Kategorisierung der Stimme, die nicht nur das Stimmfach i. e. S., sondern gar die Stimmgattung verfehlt. Richtige Altistinnen gibt es nur noch wenige. Eine wahre weibliche Altstimme mit ihrem charakteristisch dunklen, vollen Klang wie etwa die von Nathalie Stutzmann ist etwas Seltenes und darum Besonderes. Sie muss darum auch von dem helleren Timbre eines Mezzos klar unterschieden werden. Allein dieser Sachverhalt hätte den früheren Lehrer dieser Frau dazu anhalten müssen, sein Urteil genauer zu prüfen. Abgesehen davon, dass es um die Kompetenz eines Lehrers auch nicht zum Besten bestellt sein kann, wenn er einer Schülerin falsche, zwanghafte Pseudotechniken beibringt und noch nicht einmal am Gesang selbst hören kann, ob ein Ton gesund und klanglisch schön gesungen wird, stellt sich die Frage, warum überhaupt ein Lehrer so unbedingt einen speziellen Stimmtypus im Lernenden erkennen will, dass er sogar bereit ist, die Stimme notfalls dahin zu zwingen, wo er sie gern sieht.
Dabei mögen persönliche Präferenzen eine große Rolle spielen, sicher aber auch falsche Vorstellungen davon, wie eine Stimme idealerweise zu klingen hat. Wenn ein Mezzo eine gute, sonore Tiefe hat, mag er klingen wie ein Alt – insbesondere zu Beginn der Ausbildung, wenn die Tiefe (wie auch die Höhe) noch gar nicht entwickelt ist und ein noch unvollkommener Stimmsitz die Stimme dunkler klingen lässt, als sie eigentlich ist.
Ein nach meiner Erfahrung besonders häufiger Fall von fehlerhafter Stimmkategorisierung findet man bei vermeintlichen Tenören, die, weil sie ein gutes gis, vielleicht sogar ein a oder noch ein b haben, in diese Stimmgattung hineingepresst werden, obwohl es sich eigentlich um Baritone mit guter Höhe handelt. Die Gründe mögen vielfältig sein: Ein Sänger erhofft sich von einer Laufbahn als Tenor (gelegentlich auch als „Fachwechsel“ verklärt (1) bessere Chancen auf dem (als solchen nicht mehr zu bezeichnenden) Arbeits-„markt“ für Sänger, der andere ist womöglich an einen ähnlich schlechten Lehrer geraten wie jene Frau. In Laienchören mag es noch durchgehen, wenn der Chorleiter ein paar Baritone die Tenorstimme singen (oft genug leider nur fisteln) lässt, um den chronischen Personalmangel in dieser Stimme zu kompensieren. Doch auf professionellem Niveau – insbesondere bei den heutigen Anforderungen des Musikbetriebs – wird dies immer verheerende Folgen für den betreffenden Sänger haben. Der Grund dafür liegt in der Anatomie: Im Gegensatz zum Tenor kann der Bariton seine Stimmasse oberhalb des zweiten Passagios (für den Bariton um d, für den Tenor i. d. R. um f, wobei beide aber auch zusammenfallen können) nicht so weit zurücknehmen, dass er seine Stimme mit der gleichen Leichtigkeit und Klangfülle in die Quarte von g bis c führen könnte (es sei denn natürlich, er schaltet auf das Falsett um). Versucht er es trotzdem, funktioniert es nicht ohne übermäßigen Atemdruck und Anspannung des Cricothyreoidmuskels. Man stelle sich die tiefste Saite einer Gitarre vor, die an der Stelle der höchsten Saite aufgezogen würde und nun deren Tonumfang abbilden sollte. Die Saite müsste bis aufs Äußerste gespannt werden und drohte zu reißen.
Wer also bspw. einen „Fachwechsel“ vom Bariton zum Heldentenor wie eine Heldentat feiert, macht sich nicht bewusst, dass ein Heldentenor viel dramatischer angelegt ist als etwa ein hoher Bariton (2), und der betreffende Sänger entweder jahrelang im falschen Fach gesungen hat oder nun erst beginnt, darin zu singen.
(1) Vgl. dazu den bereits in meinem ersten Beitrag zitierten Artikel von Miklós Klajn.
(2) Hierzu auch: Peter Ling, Stimme, Stimmfach, Fachvertrag, die Bedeutung der Opernstimmfächer am Beispiel der männlichen Stimmfächer, Augsburg 2008 (Forum Musikpädagogik 74), S. 109f.

Zu frühe Prognosen im Unterricht

In einer Phase, in welcher ein Sänger – aus welchen Gründen auch immer – über einen Fachwechsel nachdenkt, müsste eigentlich ein Gesangslehrer oder Coach auf den Plan treten und zur Vorsicht mahnen, was allzu oft unterbleibt. Warum, sei dahingestellt. Dagegen sind der Fantasie des Lehrers manchmal keine Grenzen gesetzt, wie ich aus eigener Anschauung weiß:
In meinen ersten Gesangsstunden wurde mir von meiner Lehrerin immer wieder gesagt, dass ich doch eine gute Tiefe hätte und mich vielleicht sogar zu einem richtigen Bass entwickeln könnte. Ich freute mich natürlich darüber – so sehr, dass ich, um diesem Ideal gerecht zu werden, begann, meine Stimme übermäßig abzudunkeln, was wiederum meine Lehrerin durch Vordersitzübungen zu korrigieren versuchte. Dass mein Problem vor allem aber in einer falschen Idealvorstellung von meiner Stimme bestand, erkannte sie womöglich nicht richtig. Wir hätten über Monate Übungen mit hellen Vokalen singen können – wir wären dem Problem nicht beigekommen, weil meine Haltung stets ambivalent geblieben wäre: Je erfolgreicher ich diese Übungen absolviert hätte, desto unzufriedener wäre ich mit meiner „eigentlichen“ Stimme gewesen, die doch bitteschön dunkel und sonor zu klingen hatte. Umgekehrt hätte ich keine Fortschritte gemacht, hätte ich mich den Einwirkungen meiner Lehrerin verschlossen.
Auch hierbei wäre mehr Zurückhaltung in der Prognose geboten gewesen. Ein Bass erfreut sich einer ganz speziellen Struktur tiefer Obertöne, die ihm erst seinen geerdeten, Väterlichkeit und Autorität beschwörenden Klang verleihen. Wie Franziska Martiennsen-Lohmann zurecht schreibt, ist eine solche Stimme schon früh als solche erkennbar (3), zumal ihr auch – logischerweise – die große Oktave viel leichter und schöner gelingt als den übrigen Männerstimmen, auch wenn der Stimmumfang bis zum tiefen c u. U. noch nicht ganz ausgebildet ist und erst erweitert werden muss. Richtige Bässe sind außerdem nicht so oft anzutreffen. Es gibt zwar auch Bassbaritone, die bis zum tiefen c singen können, deren Klangfarbe aber schon heller ist. Die Gefahr eines dauerhaften Stimmschadens bei dem Versuch, sich wie ein Bass anzuhören, indem man den Kiefer in den Hals presst, den Mund zum Fischmaul stülpt und dabei gleichsam wie in Verwunderung über sich selbst die Augen weit aufreißt, ist zwar nicht mit derjenigen zu vergleichen, die beim Singen in einem zu hohen Fach droht, doch kann sie langfristig die Verkümmerung der Stimme zur Folge haben. Wo vorher Geschmeidigkeit und Glanz die Stimme geziert haben, hört man dann nur noch einen substanzarmen und luftigen Klang. Besonders unschön wird der Klang vollends, wenn der Bass-Aspirant auf die Stimme zu drücken beginnt, um die ganz tiefen Töne noch zu erzwingen. Kein Mensch will so etwas hören.
Die Lehrerin, die ich mir später nahm, korrigierte meine Klangvorstellung glücklicherweise, doch es dauerte seine Zeit.
(3) Franziska Martiennsen-Lohmann, Der wissende Sänger, Gesangslexikon in Skizzen, Mainz, London u. a. 2010, S. 50ff.

Vorbilder

Aus eigener Erfahrung ist mir bewusst, dass für die Ausformung der eigenen Stimmidentität auch Vorbilder, die sich i. d. R. jede Sängerin und jeder Sänger nimmt, eine nicht unerhebliche Rolle spielen können. Vorbilder sind nicht nur wichtig für die eigene künstlerische Reifung, ohne sie ist es überhaupt nicht möglich, singen zu lernen. Woher sollte man sonst wissen, was technisch hervorragenden von mäßigem Gesang unterscheidet, inbrünstigen von teilnahmslosem und – vor allem – was Handwerk von Kunst unterscheidet.
Aber: Damit Vorbilder diese gedeihliche Wirkung auf kommende Sängergenerationen entfalten können, ist der Lehrer gehalten, diese Wirkung in die rechte Bahn zu lenken. Der Schüler neigt sonst dazu – gar nicht mal bewusst – sein Idol zu imitieren, weil er denkt, dass seine eigene Stimme nur schön klinge, wenn sie sich so anhört wie bei… Dass muss nicht mal schwärmerischer Verehrung geschuldet sein, sondern einem einfachen Fehlschluss: Hat ein Sänger oder eine Sängerin XY Erfolg, wird von Publikum und Feuilleton gleichermaßen geschätzt und singt stets vor ausverkauftem Haus, weil er oder sie wirklich eine wunderschöne Stimme hat und exzellent singt, so die Schlussfolgerung, dann muss man seinen bzw. ihren Gesang natürlich als Maßstab betrachten und sich daran orientieren.
Dagegen ist auch erst einmal nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil. Problematisch wird es hingegen, wenn sich der Schüler nicht hinreichend vergegenwärtigt, dass sein Vorbild eine ganz individuelle Stimmqualität hat. Seine bzw. ihre Stimme ist vielleicht viel dramatischer bzw. lyrischer angelegt als die des Schülers, auch wenn beide in der gleichen Stimmgattung singen. Dementsprechend klingt sie in den hohen Lagen dunkler bzw. heller, die Übergänge liegen anders, das Vibrato ist schneller oder langsamer und weist bald eine größere oder kleinere Abweichung vom pitch auf. Versucht man, diese und noch mehr Charakteristika der fremden Stimme nachzuahmen, geschieht das letztlich immer, indem man die Stimme verfremdet, zu knödeln anfängt und auch zu näseln, und jeden Bezug zur eigenen Stimme verliert. Und dabei sprechen wir noch nicht einmal von der immer vorhandenen Diskrepanz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung der eigenen Stimme. Vielleicht hat der Sänger oder die Sängerin gelernt, dass nur derjenige gut singt, der vor allem besonders hoch und/oder besonders laut singen kann. Wenn er oder sie dann viel tiefer singt und vielleicht nicht ganz so laut, kann das entmutigend wirken.
Hier muss der Lehrer nur gelegentlich fragen, welche Interpreten seine Schüler gern hören. Daraus kann er schon sehr wichtige Schlüsse ziehen. Er kann mögliche Fehlerquellen finden, aber auch die musikalischen Präferenzen in Hinblick auf Stimmideal und Repertoire besser kennen lernen. Er sollte diese Erkenntnisse auf jeden Fall fruchtbar für den Unterricht machen. Besonders aber muss er seinen Schülern beibringen, Freude am ganz eigenen individuellen Klang zu finden und nicht die Kopie eines anderen werden zu wollen.

Kriterien für die Stimmfächer

Kriterien und Anleitungen, wie die richtige Stimmgattung bzw. das richtige Fach zu bestimmen sind, finden sich zuhauf in der Literatur. Der Bariton David Jones gibt auf seiner Homepage dazu wertvolle Hinweise (4), der nach der schwedisch-italienischen Schule ausbildet wurde, nachdem er während seiner eigenen Karriere die Folgen falscher Stimmtypisierung zu spüren bekommen hatte. Erst unter Anleitung seines neuen Lehrers fand er seinen Stimmklang wieder. Er gibt sehr praktikable Hinweise, wie man Stimmfächer spezifizieren kann, ohne sich nur allein auf den Ambitus verlassen zu müssen. Bei Männerstimmen kommt es vor allem darauf an, ob sich die Stimmfarbe mit zunehmender Tiefe hin zu einem dunklen Timbre verändert und auf das Baritonfach hinweist oder einen hellen kopfigen Klang beibehält und eher für einen Tenor spricht. Freilich gibt es auch hier genug Beispiele für Übergänge und Mischtypen. Jonas Kaufmann etwa ist ein Tenor, verfügt über eine Farbpalette in seiner Stimme, die ihn ebenfalls zu beiden Fächern befähigte.
Doch auch, wenn der Lehrer sich solchen „Stimmmischlingen“ gegenüber sieht, verfügt er über ein ganz sicheres Mittel zur Entscheidung, ob er sie eher in einem höheren oder tieferen Fach singen lassen soll: Wenn nämlich sein Schüler sonst jede Anweisung des Lehrers bezgl. Technik und Haltung zügig umsetzt, gewissenhaft übt, um seine Technik zu verinnerlichen, besonders auch mit Fokus auf die mezza voce, und trotzdem oberhalb eines bestimmten Tons Mühe hat, diesen noch richtig zu stützen, so gehört er oder sie mit Sicherheit ins tiefere Fach. Bei Männern ist dies der Bereich oberhalb von g/gis‘, bei Frauen entsprechend eine Oktave höher. Auch wenn die Töne darüber noch erzeugt werden können, so muss der Lehrer immer genau hören, ob sie wirklich sangbar sind.
Der Lehrer sollte auf jeden Fall alles tun, damit sich sein Schüler mit seiner eigenen Stimme auch wohlfühlt und sie als Teil seiner Identität annimmt. Das versteht sich eigentlich von selbst. Die Einordnung in ein bestimmtes Fach steht dabei stets im Dienste dieses Prozesses und ist nicht sein Ziel.
(4) Vgl. seinen Artikel „Lower Voice or higher, critical ideas and answers on determining vocal fach“: >hier klicken<

 
PeterWichert
Der Autor: Peter C. Wichert, M. A., hat Geschichte und Romanistik in Duisburg und Münster studiert. Er wirkte in verschiedenen Chören mit, bevor er eine Gesangsausbildung begann. Seitdem tritt er auch solistisch auf. Sein besonderes Interesse gilt dem Liedfach und dem Madrigal.
 


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3 Comments
  1. First, let’s get a little historical perspective on American health care. This is not intended to be an exhausted look into that history but it will give us an appreciation of how the health care system and our expectations for it developed. What drove costs higher and higher?

    To begin, let’s turn to the American civil war. In that war, dated tactics and the carnage inflicted by modern weapons of the era combined to cause ghastly results. Not generally known is that most of the deaths on both sides of that war were not the result of actual combat but to what happened after a battlefield wound was inflicted. To begin with, evacuation of the wounded moved at a snail’s pace and this caused severe delays in treating the wounded. Secondly, many wounds were subjected to wound care, related surgeries and/or amputations of the affected limbs and this often resulted in the onset of massive infection. So you might survive a battle wound only to die at the hands of medical care providers who although well-intentioned, their interventions were often quite lethal. High death tolls can also be ascribed to everyday sicknesses and diseases in a time when no antibiotics existed. In total something like 600,000 deaths occurred from all causes, over 2% of the U.S. population at the time!

    Let’s skip to the first half of the 20th century for some additional perspective and to bring us up to more modern times. After the civil war there were steady improvements in American medicine in both the understanding and treatment of certain diseases, new surgical techniques and in physician education and training. But for the most part the best that doctors could offer their patients was a „wait and see“ approach. Medicine could handle bone fractures and increasingly attempt risky surgeries (now largely performed in sterile surgical environments) but medicines were not yet available to handle serious illnesses. The majority of deaths remained the result of untreatable conditions such as tuberculosis, pneumonia, scarlet fever and measles and/or related complications. Doctors were increasingly aware of heart and vascular conditions, and cancer but they had almost nothing with which to treat these conditions.

    This very basic review of American medical history helps us to understand that until quite recently (around the 1950’s) we had virtually no technologies with which to treat serious or even minor ailments. Here is a critical point we need to understand; „nothing to treat you with means that visits to the doctor if at all were relegated to emergencies so in such a scenario costs are curtailed. The simple fact is that there was little for doctors to offer and therefore virtually nothing to drive health care spending. A second factor holding down costs was that medical treatments that were provided were paid for out-of-pocket, meaning by way of an individuals personal resources. There was no such thing as health insurance and certainly not health insurance paid by an employer. Except for the very destitute who were lucky to find their way into a charity hospital, health care costs were the responsibility of the individual.

    What does health care insurance have to do with health care costs? Its impact on health care costs has been, and remains to this day, absolutely enormous. When health insurance for individuals and families emerged as a means for corporations to escape wage freezes and to attract and retain employees after World War II, almost overnight a great pool of money became available to pay for health care. Money, as a result of the availability of billions of dollars from health insurance pools, encouraged an innovative America to increase medical research efforts. More Americans became insured not only through private, employer sponsored health insurance but through increased government funding that created Medicare and Medicaid (1965). In addition funding became available for expanded veterans health care benefits. Finding a cure for almost anything has consequently become very lucrative. This is also the primary reason for the vast array of treatments we have available today.

    I do not wish to convey that medical innovations are a bad thing. Think of the tens of millions of lives that have been saved, extended, enhanced and made more productive as a result. But with a funding source grown to its current magnitude (hundreds of billions of dollars annually) upward pressure on health care costs are inevitable. Doctor’s offer and most of us demand and get access to the latest available health care technology in the form of pharmaceuticals, medical devices, diagnostic tools and surgical procedures. So the result is that there is more health care to spend our money on and until very recently most of us were insured and the costs were largely covered by a third-party (government, employers). Add an insatiable and unrealistic public demand for access and treatment and we have the „perfect storm“ for higher and higher health care costs. And by and large the storm is only intensifying.

    At this point, let’s turn to the key questions that will lead us into a review and hopefully a better understanding of the health care reform proposals in the news today. Is the current trajectory of U.S. health care spending sustainable? Can America maintain its world competitiveness when 16%, heading for 20% of our gross national product is being spent on health care? What are the other industrialized countries spending on health care and is it even close to these numbers? When we add politics and an election year to the debate, information to help us answer these questions become critical. We need to spend some effort in understanding health care and sorting out how we think about it. Properly armed we can more intelligently determine whether certain health care proposals might solve or worsen some of these problems. What can be done about the challenges? How can we as individuals contribute to the solutions?

    The Obama health care plan is complex for sure – I have never seen a health care plan that isn’t. But through a variety of programs his plan attempts to deal with a) increasing the number of American that are covered by adequate insurance (almost 50 million are not), and b) managing costs in such a manner that quality and our access to health care is not adversely affected. Republicans seek to achieve these same basic and broad goals, but their approach is proposed as being more market driven than government driven. Let’s look at what the Obama plan does to accomplish the two objectives above. Remember, by the way, that his plan was passed by congress, and begins to seriously kick-in starting in 2014. So this is the direction we are currently taking as we attempt to reform health care.

    Through insurance exchanges and an expansion of Medicaid,the Obama plan dramatically expands the number of Americans that will be covered by health insurance.

    To cover the cost of this expansion the plan requires everyone to have health insurance with a penalty to be paid if we don’t comply. It will purportedly send money to the states to cover those individuals added to state-based Medicaid programs.

    To cover the added costs there were a number of new taxes introduced, one being a 2.5% tax on new medical technologies and another increases taxes on interest and dividend income for wealthier Americans.

    The Obama plan also uses concepts such as evidence-based medicine, accountable care organizations, comparative effectiveness research and reduced reimbursement to health care providers (doctors and hospitals) to control costs.

    The insurance mandate covered by points 1 and 2 above is a worthy goal and most industrialized countries outside of the U.S. provide „free“ (paid for by rather high individual and corporate taxes) health care to most if not all of their citizens. It is important to note, however, that there are a number of restrictions for which many Americans would be culturally unprepared. Here is the primary controversial aspect of the Obama plan, the insurance mandate. The U.S. Supreme Court recently decided to hear arguments as to the constitutionality of the health insurance mandate as a result of a petition by 26 states attorney’s general that congress exceeded its authority under the commerce clause of the U.S. constitution by passing this element of the plan. The problem is that if the Supreme Court should rule against the mandate, it is generally believed that the Obama plan as we know it is doomed. This is because its major goal of providing health insurance to all would be severely limited if not terminated altogether by such a decision.

    As you would guess, the taxes covered by point 3 above are rather unpopular with those entities and individuals that have to pay them. Medical device companies, pharmaceutical companies, hospitals, doctors and insurance companies all had to „give up“ something that would either create new revenue or would reduce costs within their spheres of control. As an example, Stryker Corporation, a large medical device company, recently announced at least a 1,000 employee reduction in part to cover these new fees. This is being experienced by other medical device companies and pharmaceutical companies as well. The reduction in good paying jobs in these sectors and in the hospital sector may rise as former cost structures will have to be dealt with in order to accommodate the reduced rate of reimbursement to hospitals. Over the next ten years some estimates put the cost reductions to hospitals and physicians at half a trillion dollars and this will flow directly to and affect the companies that supply hospitals and doctors with the latest medical technologies. None of this is to say that efficiencies will not be realized by these changes or that other jobs will in turn be created but this will represent painful change for a while. It helps us to understand that health care reform does have an effect both positive and negative.

    Finally, the Obama plan seeks to change the way medical decisions are made. While clinical and basic research underpins almost everything done in medicine today, doctors are creatures of habit like the rest of us and their training and day-to-day experiences dictate to a great extent how they go about diagnosing and treating our conditions. Enter the concept of evidence-based medicine and comparative effectiveness research. Both of these seek to develop and utilize data bases from electronic health records and other sources to give better and more timely information and feedback to physicians as to the outcomes and costs of the treatments they are providing. There is great waste in health care today, estimated at perhaps a third of an over 2 trillion dollar health care spend annually. Imagine the savings that are possible from a reduction in unnecessary test and procedures that do not compare favorably with health care interventions that are better documented as effective. Now the Republicans and others don’t generally like these ideas as they tend to characterize them as „big government control“ of your and my health care. But to be fair, regardless of their political persuasions, most people who understand health care at all, know that better data for the purposes described above will be crucial to getting health care efficiencies, patient safety and costs headed in the right direction.

    A brief review of how Republicans and more conservative individuals think about health care reform. I believe they would agree that costs must come under control and that more, not fewer Americans should have access to health care regardless of their ability to pay. But the main difference is that these folks see market forces and competition as the way to creating the cost reductions and efficiencies we need. There are a number of ideas with regard to driving more competition among health insurance companies and health care providers (doctors and hospitals) so that the consumer would begin to drive cost down by the choices we make. This works in many sectors of our economy but this formula has shown that improvements are illusive when applied to health care. Primarily the problem is that health care choices are difficult even for those who understand it and are connected. The general population, however, is not so informed and besides we have all been brought up to „go to the doctor“ when we feel it is necessary and we also have a cultural heritage that has engendered within most of us the feeling that health care is something that is just there and there really isn’t any reason not to access it for whatever the reason and worse we all feel that there is nothing we can do to affect its costs to insure its availability to those with serious problems.

    OK, this article was not intended to be an exhaustive study as I needed to keep it short in an attempt to hold my audience’s attention and to leave some room for discussing what we can do contribute mightily to solving some of the problems. First we must understand that the dollars available for health care are not limitless. Any changes that are put in place to provide better insurance coverage and access to care will cost more. And somehow we have to find the revenues to pay for these changes. At the same time we have to pay less for medical treatments and procedures and do something to restrict the availability of unproven or poorly documented treatments as we are the highest cost health care system in the world and don’t necessarily have the best results in terms of longevity or avoiding chronic diseases much earlier than necessary.

    I believe that we need a revolutionary change in the way we think about health care, its availability, its costs and who pays for it. And if you think I am about to say we should arbitrarily and drastically reduce spending on health care you would be wrong. Here it is fellow citizens – health care spending needs to be preserved and protected for those who need it. And to free up these dollars those of us who don’t need it or can delay it or avoid it need to act. First, we need to convince our politicians that this country needs sustained public education with regard to the value of preventive health strategies. This should be a top priority and it has worked to reduce the number of U.S. smokers for example. If prevention were to take hold, it is reasonable to assume that those needing health care for the myriad of life style engendered chronic diseases would decrease dramatically. Millions of Americans are experiencing these diseases far earlier than in decades past and much of this is due to poor life style choices. This change alone would free up plenty of money to handle the health care costs of those in dire need of treatment, whether due to an acute emergency or chronic condition.

    Let’s go deeper on the first issue. Most of us refuse do something about implementing basic wellness strategies into our daily lives. We don’t exercise but we offer a lot of excuses. We don’t eat right but we offer a lot of excuses. We smoke and/or we drink alcohol to excess and we offer a lot of excuses as to why we can’t do anything about managing these known to be destructive personal health habits. We don’t take advantage of preventive health check-ups that look at blood pressure, cholesterol readings and body weight but we offer a lot of excuses. In short we neglect these things and the result is that we succumb much earlier than necessary to chronic diseases like heart problems, diabetes and high blood pressure. We wind up accessing doctors for these and more routine matters because „health care is there“ and somehow we think we have no responsibility for reducing our demand on it.

    It is difficult for us to listen to these truths but easy to blame the sick. Maybe they should take better care of themselves! Well, that might be true or maybe they have a genetic condition and they have become among the unfortunate through absolutely no fault of their own. But the point is that you and I can implement personalized preventive disease measures as a way of dramatically improving health care access for others while reducing its costs. It is far better to be productive by doing something we can control then shifting the blame.

    There are a huge number of free web sites available that can steer us to a more healthful life style. A soon as you can, „Google“ „preventive health care strategies“, look up your local hospital’s web site and you will find more than enough help to get you started. Finally, there is a lot to think about here and I have tried to outline the challenges but also the very powerful effect we could have on preserving the best of America’s health care system now and into the future. I am anxious to hear from you and until then – take charge and increase your chances for good health while making sure that health care is there when we need it.

  2. Living in France is one thing desired by many individuals. If you want to live in France then you have to get French property. You can read the advertisement section of the newspapers which has the section of houses for sale in France. After making a suitable choice, you should research about the properties for sale in France. French property is now a days very much wanted also.

    If you want to live in France and spend your life there you should select a proper house. French property is not cheap and you need to make a major investment. You must also know about the properties for sale in France at various locations. The houses for sale in France come in different prices depending on the location

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